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Dreweraner informieren sich über Glasfaserausbau

Homeschooling, Homeoffice, Smart Home und Smart TV: Ohne Internet geht heutzutage nicht mehr viel – und auf dem Dorf, da geht nicht viel Internet. Mit jeder Menge Förderprogrammen hat die Bundesregierung in den letzten Jahren also versucht, den Breitbandausbau voranzubringen. Auch Drewer hat davon bereits vor neun Jahren profitiert, als einige Glasfaserverteilerkästen ins Dorf einzogen. Von da aus geht es aber mit Kupferkabeln zu den Häusern und auf dem Weg geht ziemlich viel Leistung verloren. Zu viel, um für das künftige digitale Leben gut ausgestattet zu sein, zu wenig, um in einen Fördertopf zu passen. Weil durch die letzten Förderprogramme aber so viele Kilometer Glasfaserkabel im Kreis Soest verteilt sind, dass sich ein Ausbau auch privatwirtschaftlich lohnt, möchte die Westenergie Breitband GmbH als Teil der Eon-Gruppe jetzt auch ohne Fördergelder Glasfaser bis in jedes Haus bringen.

Was hat die Eon vor?

„Wenn die Firma Eon einladen würde, wäre die Skepsis groß“, ist sich Bürgermeister Peter Weiken sicher. „Deshalb sind wir heute hier, die Stadt Rüthen steht dahinter.“ Eon möchte nämlich jedes Haus mit einem Glasfaseranschluss ausstatten. Weiken betont aber auch: “Die müssen damit Geld verdienen. Die machen das nicht aus Eigennutz, die wollen verkaufen.” Heißt: Von den 308 Haushalten müssen sich bis zum 31. Juli 123, also 40 Prozent, für so einen Glasfaseranschluss entscheiden, sonst ist ein Ausbau nicht rentabel. Kommen nicht so viele zusammen, wird also nicht ausgebaut – dann ist auch der vorher abgeschlossene Vertrag für die, die einen Anschluss wollten, ungültig. Ortsvorsteher Bernd Cordes ist sich aber sicher: “So, wie’s aussieht und so, wie ich euch kenne, klappt das.” Die Resonanz spricht auf jeden Fall dafür: Rund 80 Dreweranerinnen und Dreweraner sind zur Informationsveranstaltung gekommen.

Jetzt erst einmal abzuwarten und sich vielleicht in ein paar Jahren dazu zu entscheiden, macht laut Peter Weiken wenig Sinn: “Das kann dazu führen, dass die 40 Prozent nicht erreicht werden und dann wird in den nächsten Jahren nichts passieren.” Und: Schließt man jetzt einen Vertrag mit Eon ab, wird nur eine einmalige Anschlussgebühr von rund 80 Euro fällig, wer wartet, muss auch Tiefbauarbeiten und Co. zahlen, dieser Baukostenzuschuss liegt aktuell bei etwa 1500 Euro.

 

Heiko Grebe (r., Westenergie) informierte gemeinsam mit Rüthens Beigeordnetem Hubert Betten, Bürgermeister Peter Weiken, Ortsvorsteher Bernd Cordes und Eon-Medienberater Jürgen Diener über den geplanten Glasfaserausbau.

Wie erfolgt der Ausbau?

Bis zum 31. Juli läuft die Vorvermarktung. In dieser Zeit können die Dreweranerinnen und Dreweraner einen Vertrag bei Eon abschließen und sich dabei auch von Medienberater Jürgen Diener helfen lassen. Neben dem Produktvertrag braucht die Eon auch eine Grundstückseigentümererklärung und gegebenenfalls ein ausgefülltes Anbieterwechselformular. Kommen die 40 Prozent zusammen, geht’s danach an die Planung. Da gibt es zum Beispiel Vor-Ort-Termine, bei denen Ingenieursbüros zusammen mit Hauseigentümern die Hausanschlüsse abstimmen.

Anschließend beginnen die Tiefbauarbeiten – und das könnte, so Heiko Grebe, noch dieses Jahr passieren. In den Gehwegen wird gebuddelt, um die orangenen Kabel zu verlegen, und auf den Grundstücken sind ebenfalls Tiefbauarbeiten notwendig, um ein Leerrohr ins Haus zu legen. Wenn kein Fels im Weg ist oder andere Kabel zu nah dran liegen, geht das mit einer Erdrakete, sonst muss ein Minibagger einen 30 Zentimeter breiten und 40 Zentimeter tiefen Graben buddeln. Das Leerrohr wird durch eine Wanddurchführung ins Haus gelegt, dort bringt das Tiefbau-Unternehmen einen Anschlusspunkt Linientechnik (APL) an. “So, wie die Tiefbauer Ihren Garten vorfinden, so wird er auch wieder verlassen”, verspricht Grebe.

Im vierten Schritt erfolgt die Montage: Dabei wird das Glasfaserkabel durch das Leerrohr eingeblasen und im Haus setzt der Monteur das Netzanschlussgerät (Optical Network Termination, kurz: ONT), das das optische Signal in ein elektrisches umwandelt, ein und verbindet es mit dem APL. Insgesamt werden zwölf Fasern in jedes Haus gelegt, sodass man für die Zukunft gewappnet ist, sollte einmal ein Ausbau für mehrere Wohnparteien erfolgen. Pro Produktvertrag ist ein ONT nötig.

Ist der aktuelle Router nicht glasfasertauglich, benötigt man einen neuen. Auf eigene Rechnung müsse man allerdings das Netzanschlussgerät mit dem Router verbinden lassen, das alte Kabel könne man lassen, empfehlenswert sei aber, direkt ein neues zu verlegen.

Wie ein Glasfaseranschluss im Haus aussieht, zeigt dieses Modell.

Was passiert mit meinem bestehenden Vertrag?

Heiko Grebe empfiehlt, zusammen mit der Grundstückseigentümererklärung und dem Produktvertrag auch ein Anbieterwechselformular abzugeben. Dann kündigt die Eon den Altvertrag genau zu dem Zeitpunkt, wenn der Anschluss betriebsbereit ist, zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Ist der Vertrag in den letzten 24 Monaten abgeschlossen worden, dann zum Ende der Vertragslaufzeit, läuft er schon länger, ist eine Kündigung innerhalb von 30 Tagen möglich. Nach dem Ende des alten Vertrags geht es nahtlos mit dem neuen weiter: Innerhalb von etwa zwei, drei Stunden erfolgt die Umstellung, so Grebe. Die Rufnummer oder E-Mail-Adresse mitzunehmen, sei kein Problem.

Kann ich nach der Vertragslaufzeit zurück zu meinem alten Anbieter?

Mit dem abgeschlossenen Vertrag verpflichtet man sich für zwölf bzw. 24 Monate, der Eon treu zu bleiben. Am Anfang wird Eon auch als einziger Anbieter das Glasfaserkabel nutzen. Aber danach? “Wir stehen aber für Open Access”, betont Grebe. Das bedeutet, dass sie Glasfaseranschlüsse in ihrem eigenen Netz anderen Betreibern anbieten. “Wenn perspektivisch also andere auf uns zukommen, ist es grundsätzlich möglich. Allerdings können wir heute noch nicht sagen, wann genau die auf uns zukommen.”

Mein Haus ist nicht im ausgewiesenen Gebiet – was kann ich machen?

Ganz Drewer wird mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet? Nicht komplett: Bültenweg, Raimundstraße, Käksweg 12 und Im Kirchtal haben aktuell noch das Nachsehen. Das muss aber nicht so bleiben: Besonders fürs Kirchtal ist Heiko Grebe optimistisch, dass auch dort ein Ausbau erfolgen kann. Ist nach dem 31. Juli klar, dass die Quote erfüllt ist, lasse sich auch eine Lösung finden, wenn zum Bespiel genug Haushalte in der kleinen Siedlung dabei sind – nur für ein einziges Haus lohne sich das Buddeln bis dorthin nämlich nicht.

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