Bierpreiserhöhung, Wechsel an den Fahnen und neue Toiletten: Das hat der Schützenverein 2026 vor
“Ich wüsste nicht, was besser laufen sollte”, sagt Oberst Thomas Scheideler übers Dreweraner Schützenfest: Alle drei Tage waren gut besucht, am Mittwoch sind viele Schützen – auch viele Externe – angetreten, am Donnerstag sei der Königstisch “bombenvoll” gewesen und am Freitag gab’s einen “riesengroßen Hofstaat”. “Wir haben von den Gastvereinen ziemlich viel Lob für unser Fest bekommen”, betonte der Oberst.
Ganz ohne Wermutstropfen bleibt das Fest aber nicht: Der Gewinn sei nur “überschaubar”. Grund seien die gestiegenen Fixkosten, und dass der Umsatz in der Longdrinkbar rückläufig ist – Probleme, mit denen derzeit viele Vereine zu kämpfen hätten. Dass jetzt die nächste Bierpreiserhöhung seitens der Brauerei ins Haus steht, verbessere die Lage aber eben auch nicht: “Wir werden nicht drumherum kommen, den Bierpreis zu erhöhen”, sagte Thomas Scheideler.
Bier erhöht sich von 1,80 auf 2 Euro
Seit 2013 habe sich der Preis pro Fass mehr als verdoppelt. Damals kostete das 0,2-Glas auf dem Dreweraner Schützenfest noch 1,20 Euro, jetzt erhöht der Verein von 1,80 auf 2 Euro. “Wir sehen eigentlich keine Alternative dazu.” Die meisten Vereine im Rüthener Stadtgebiet tendieren demnach auch dazu, im Warsteiner Raum läge der Preis schon “seit zwei, drei Jahren” bei 2 Euro. Serviert wird das Bier erstmals in Krügen, um Glasbruch zu vermeiden.
Ansonsten ändert sich beim Schützenfest, das in Drewer wie immer über Fronleichnam – dieses Jahr vom 3. bis 5. Juni – gefeiert wird, aber kaum etwas: Für musikalische Untermalung sorgen bei den Umzügen an allen drei Tagen wieder die Harmonie Altenrüthen und der Spielmannszug der Feuerwehr Belecke, donnerstags spielt außerdem das Tambourcorps Effeln. Tanzmusik gibt’s auch wieder drei Tage lang aus Altenrüthen. Schnucker-, Schieß- und Eisbude sind ebenfalls schon gebucht. Beim Frühschoppen am Donnerstagmorgen kostet das Bier wieder 1 Euro, am Freitag soll es wieder ein Schützenfrühstück geben. Das habe letztes Jahr nämlich für ein “super Bild” und gute Beteiligung beim Vogelschießen gesorgt.
Neue Gesichter an den Fahnen
An den Fahnenabordnungen allerdings gab’s beim Wahlmarathon ein fröhliches Bäumchen-wechsel-dich: “Wiederwahl” hieß es zwar für Oberst Thomas Scheideler, Major Florian Wienecke, Adjutant Tim Meinold und Hauptmann Ost Steven Rinschede; neuer Hauptmann West ist aber Julian Schiermeister. Fähnrich Ost ist ab jetzt Jannis Engel, Fahnenoffiziere sind künftig Julian Pohl und Johannes Cordes. An der Westfahne stehen Benjamin Geurink als Fähnrich und die Fahnenoffiziere Robin Pohl und Leon Löseke.

Damit scheiden Michael Bock (vorher Hauptmann West), Christopher Scheideler (Fahnenoffizier Ost) und Andre Jakoby (Fähnrich West) aus dem Vorstand aus. Es verabschiede sich “volle Power Schützenwesen”, betonte Vorsitzender Bastian Schiermeister. Andre Jakoby war zehn Jahre lang Fähnrich und möchte sich jetzt mehr auf den Spielmannszug konzentrieren. Christopher Scheideler habe “eine beeindruckende Karriere” hingelegt, war von 2006 bis 2008 Fahnenoffizier Ost, 2012/13 König, von 2013 bis 2018 Fähnrich und ab dann Fahnenoffizier. Michael Bock war von 2004 bis 2006 und dann wieder von 2008 bis 2014 Fahnenoffizier West, seit 2014 war er Hauptmann. Er bleibt dem Vorstand aber als Beisitzer erhalten. “Ihr seid drei Kollegen, die das Schützenwesen in den letzten Jahren geprägt haben”, sagte Bastian Schiermeister. Als Dank gab’s ein Präsent und kräftigen Applaus.
Schützenverein hat “so viele Mitglieder wie noch nie”
Und auch sonst gab’s lauter gute Nachrichten: Bastian Schiermeister freute sich schon bei der Begrüßung über den Mitgliederzuwachs. Der Verein habe “so viele Mitglieder wie noch nie”, 2025 sind allein 21 neue Schützen eingetreten, und in den letzten drei Jahren sei er von circa 300 auf 347 gewachsen. “Daran erkennt man, dass der Verein lebt.” Außerdem blickte er auf ein erfolgreiches Jahr zurück, auf zahlreiche Gastbesuche (“Wir waren immer eine lustige, trinkfeste, mannstarke Truppe”) und eine schicke neue Theke im Gesellschaftsraum. “Ich denke, dass sich das Ergebnis mehr als sehen lassen kann”, lobte er mit Blick auf die Arbeitsleistung.
Daran möchte der Verein dieses Jahr anknüpfen: Im Gesellschaftsraum sollen zum Beispiel neue Lösungen für die alten Fahnen und den Ordensschrank gefunden werden, die Toiletten werden kernsaniert und an der Ostseite der Halle muss neu abgedichtet werden. “Dafür brauchen wir eure Manpower”, betonte Thomas Scheideler.
Wir waren immer eine lustige, trinkfeste, mannstarke Truppe.
Weiter ausbauen möchten die Schützen ihre Alters- und Ehrenabteilung. Um die kümmern sich seit letztem Jahr Ehrenoberst Dietmar Rinschede und Ehrengeschäftsführer Christian Oel; Mitglied werden können alle Schützen ab 65 Jahren. Die Gruppe sei “top angelaufen”, freute sich Dietmar Rinschede. Im November waren die Männer schon Reibeplätzchenessen, kommenden Donnerstag stehe Grünkohlessen auf dem Programm. Und immer, wenn sie sich treffen, machen sie direkt einen Termin für ein neues Treffen aus, sagte Rinschede. Und er warb: “Den ein oder anderen können wir noch aufnehmen.”